Entfernung der Mandeln
Die Gaumenmandelentfernung sollte in folgenden Fällen durchgeführt werden:
- Es liegen mehr als 4-mal pro Jahr akute Mandelentzündungen vor,
die antibiotisch behandelt werden mussten.
Hier sprechen wir von der chronisch rezidivierenden Mandelentzündung.
- Es liegt eine chronische Gaumenmandelentzündung vor, die sich durch ständiges Halskratzen,
Abgeschlagenheit mit schlechtem Geschmack und sehr selten auch Herz-, Nieren-,
oder Gelenkprobleme äußert. Die Mandel haben tiefe Taschen, in denen
sich Bakterien, oft Streptokokken festsetzen. Diese können schädliche Stoffe,
sog. Streptolysin produzieren, welches an anderer Stelle, wie Nieren und Herz
Schaden anrichten können. Hier können die Mandeln also als "Focus" wirken
und an anderer Stelle unheil anrichten. Leider ist die Diagnose nicht immer
einfach und nur in Ausnahmefällen kann eine Blutuntersuchung helfen, die
Diagnose zu sichern. Dabei werden sowohl der Antistreptolysin-Titer als auch
Antistreptodornase-B-Titer bestimmt. Da diese Werte aber auch bei anderen
Krankheiten (z.B. Leberkrankheiten) erhöht sind, muss man die Werte immer im
Kontext zu Vorgeschichte und Untersuchungsbefund beurteilen.
- Es liegt eine starke Vergrößerung der Gaumenmandeln vor, welche besonders bei
Kindern zu nächtlichen Atemaussetzern führt. Da die Kinder nicht richtig durchschlafen, erreichen sie
auch nicht ihre Tiefschlafphasen. Aber nur im Tiefschlaf wird Wachstumshormon in
den Körper ausgeschieden, so dass diese Kinder in ihrer körperlichen Entwicklung
oft verzögert und für ihr Alter zu klein sind.
- Es liegt der Verdacht einer bösartigen Gaumenmandelerkrankung vor.
- Es wurde eine Eiteransammlung hinter der Gaumenmandel (Peritonsillarabszess)
diagnostiziert. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Abszessbikdung ist dann außerordentlich hoch.
Die Operation führe ich in Allgemeinnarkose durch. Nach Einsetzen eines Mundspatels,
welcher den Mund während der Operation offen hält, wird die Mandel vorsichtig
herausgeschält. Dies geschieht unter Schleimhaut- und Muskulaturschonung.
Anschließend werden die Wunde vernäht. Durch ein spezielles Knoteninstrument
dauert die Oparation nicht sehr lang, in der Regel 15 bis 20 Minuten. In den
folgenden Wochen bildet sich auf den Wundbelägen ein Wundschorf. Dieser sieht
weiss aus. In den ersten Tagen nach Operation lösen sich dann
Ich operiere in der Regel immer Mittwoch mittags im Marienkrankenhaus. Die
Patienten müssen meist für eine knappe Woche stationär
überwacht werden. Schmerzstillende Medikamente dienen der normalen Nahrungsaufnahme,
welche ausdrücklich gewünscht ist, da bei Schonhaltung der Heilungsprozeß
erheblich verlangsamt wird.
Warum dies? Jeder Mensch kennt nach einer starken sportlichen Betätigung Muskelkater am
folgenden Tag. Studien zeigen, dass dies mit einer minimalen Schädigung oder
Überanspruchung der Muskelfasern zu erklären ist. Leichtes Training hilft den
Schmerz schnell zu reduzieren. Bei der Gaumenmandelentfernung ist es ähnlich, da
beim Herausschälen der Mandeln Muskelfasern der Rachenmuskeln strapaziert
werden. Regelmäßiges Kauen beschleunigt den Heilungsprozeß und lindert die
Schmerzen.
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